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Besuch der «Gedenkstätte Riehen»

2. April 2026

«Es ist die eindrückliche Gedenkstätte für Flüchtlinge zur Zeit des 2. Weltkrieges»

Den Initianten der «Gedenkstätte», J. Czwalina und R. J. Geigy ist bei der Beschäfti-gung mit der Geschichte des Hauses bewusst geworden, dass der Weg vieler Flüchtlinge im 2. Weltkrieg durch Riehen geführt hatte. Der ganze Schienenstrang durch Riehen gehörte – obwohl auf Schweizer Boden gelegen – zusammen mit diesem Haus der Deutschen Reichsbahn. Das gab dem Fluchtweg Riehen eine besondere Bedeutung, genauso wie die verwinkelte grüne Grenze, der «Eisener Hand» über die viele jüdische Flüchtlinge dem nationalsozialistischen Deutschland zu entkommen versuchten.
Die persönliche Betroffenheit von J. Czwalina führte schliesslich zur Gründung einer Gedenkstätte. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Hintergrundinformationen zur Flüchtlingspolitik der Schweiz, authentische Berichte von Zeitzeugen und die Darstellung der besonderen Situation Riehens als Ort an der Grenze. Besonders eindrucksvoll ist der Stahlanbau mit seinen Kunstwerken. Eine Bibliothek und ein Leseraum laden zum Verweilen, Besinnen und zur Vertiefung des Wissens ein.

Als «Eiserne Hand», wird ein etwa 40 Hektar grosser, schmaler und knapp 2 Kilometer langer, fast komplett bewaldeter Geländestreifen bezeichnet, der am nordöstlichen Rand Riehens liegt und nach Deutschland hineinragt. Er wird grösstenteils von den Landesgrenzen zwischen der Schweiz und Deut-schland umfasst und trennt die beiden deutschen Gemeinden Lörrach und  Inzlingen voneinander. Der Grenzverlauf wurde an dieser Stelle seit 1522 kaum mehr geändert.

Die Grenzlinie ist rund 3’600 Meter lang. Aufgrund seiner topografischen Lage ist das Gebiet nur schwer zu überblicken und war deshalb eine beliebte Schmuggelroute. 1942 wurde die Landesgrenze bei Riehen und Bettingen mit Stacheldraht abgeriegelt. Nur die kurze Strecke zwischen Grenzstein 50 und 74 – im Gebiet der Eisernen Hand – blieb ausgespart. Über diese Grenze gelangten trotz strenger Bewachung durch beide Staaten vor und während des Zweiten Weltkriegs viele geflüchtete Juden und Jüdinnen, Deserteure und Zwangsarbeitende in die Schweiz.

Der Name soll sich von einer Zeigefingerhand aus Blech mit der Aufschrift «Zum Waidhof» herleiten.